Emotionsraster

Ein Emotionsraster ist eine Karte mit Wörtern für Gefühle, geordnet nach zwei Achsen: Energie, von wenig bis viel, und wie angenehm sich etwas anfühlt, von unangenehm bis angenehm.

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Das Emotionsraster mit 7×7 Feldern: Wähle ein Feld, um ein Gefühl zu benennen

Außer mir vor Wut

Fast so viel Energie wie nur möglich, und unangenehmer geht es kaum.

Wut mit voller Wucht: Dein Körper will sofort handeln, und nichts daran fühlt sich gut an. Eine Zeile tiefer lässt „Mir platzt gleich der Kragen“ etwas mehr Raum zwischen dem Gefühl und dem, was du als Nächstes tust.

Angespannt, voller Sorge

Fast so viel Energie wie nur möglich, und das fühlt sich unangenehm an.

Viel Energie, gefangen in der Sorge, was passieren könnte. „Wie auf glühenden Kohlen“ hat dieselbe Spannung, aber weniger Angst vor dem, was kommt.

Wie auf glühenden Kohlen

Fast so viel Energie wie nur möglich, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Zu viel Energie, und du weißt nicht, wohin damit. Es fühlt sich eher unangenehm an, aber ohne die klare Sorge wie bei „Angespannt, voller Sorge“; eine Zeile tiefer ist „Nervös und zappelig“ dasselbe Kribbeln, nur schwächer.

Auf Hochtouren

Fast so viel Energie wie nur möglich, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Innerlich läuft alles schnell, aber das Gefühl selbst ist weder gut noch schlecht, so wie in einer langen Nacht, bevor dich die Müdigkeit einholt. Kippt es ins Angenehme, wird daraus „Will sofort loslegen“; kippt es ins Unangenehme, „Wie auf glühenden Kohlen“.

Will sofort loslegen

Fast so viel Energie wie nur möglich, und das fühlt sich eher angenehm an.

Energie mit einer Richtung: Du willst anfangen, aufbrechen, endlich ran an die Sache. Nah an „Hellauf begeistert“, aber mehr auf das gerichtet, was kommt, als auf das, was gerade passiert.

Hellauf begeistert

Fast so viel Energie wie nur möglich, und das fühlt sich angenehm an.

Viel Energie, und zwar von der guten Sorte, oft dann, wenn etwas, worauf du gehofft hast, wirklich eintritt. „Euphorisch, strahle vor Glück“ ist die Spitze; „Gut drauf, voller Vorfreude“ ist dieselbe Freude, nur etwas weniger stark.

Euphorisch, strahle vor Glück

Fast so viel Energie wie nur möglich, und angenehmer geht es kaum.

So viel Energie, wie du nur haben kannst, und besser geht es nicht: noch eine Stufe über „Hellauf begeistert“. Meist hängt es an einem bestimmten Moment, etwa an einer guten Nachricht, einem Wiedersehen oder dem Zieleinlauf. Deshalb lohnt es sich aufzuschreiben, was dazu geführt hat.

Mir platzt gleich der Kragen

Viel Energie, und unangenehmer geht es kaum.

Etwas fühlt sich falsch an, und du hast die Energie, dich zu wehren. Weniger heftig als „Außer mir vor Wut“ und hitziger als „Gereizt, schlecht gelaunt“; oft steckt ein klares „Das ist unfair“ dahinter.

Total gestresst

Viel Energie, und das fühlt sich unangenehm an.

Viel Energie, die der Druck auffrisst: zu viel zu tun, zu wenig Zeit, zu viele Leute, die etwas von dir wollen. Wenn wir im Alltag von Stress sprechen, geht es meist um etwas, das jetzt von dir verlangt wird; bei „Angespannt, voller Sorge“ geht es eher um das, was passieren könnte.

Nervös und zappelig

Viel Energie, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Eine kribbelige, schnelle Energie, die sich nicht legen will: Stillsitzen fällt schwer, die Finger trommeln wie von selbst. Gleich daneben hat „Aufgeregt und gespannt“ dieselbe Spannung, nur ohne das Unbehagen.

Aufgeregt und gespannt

Viel Energie, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Voll da und in Wartestellung, so wie vor einem wichtigen Anruf, einem Spiel oder einem Auftritt. Nervosität und Vorfreude beginnen hier mit derselben Energie; wie es sich anfühlt, entscheidet, ob es zu „Nervös und zappelig“ oder zu „Gut drauf, voller Vorfreude“ kippt.

Konzentriert, zielstrebig

Viel Energie, und das fühlt sich eher angenehm an.

Energie, die du gezielt einsetzen kannst. Auf ruhige Art angenehm, eher darauf aus, etwas zu schaffen, als es zu genießen; „Motiviert und startklar“ geht in dieselbe Richtung, mit etwas weniger im Tank.

Gut drauf, voller Vorfreude

Viel Energie, und das fühlt sich angenehm an.

Viel Energie, die sich gut anfühlt, oft wegen etwas, das bald kommt oder gerade passiert. Im Vergleich zu „Aufgeregt und gespannt“ ist die Erwartung hier ins Angenehme gekippt.

Könnte die ganze Welt umarmen

Viel Energie, und angenehmer geht es kaum.

Große, helle Freude mit viel Energie dahinter. Eine Stufe unter „Euphorisch, strahle vor Glück“ und überschwänglicher als „Glücklich, warm ums Herz“.

Gereizt, schlecht gelaunt

Etwas mehr Energie als sonst, und unangenehmer geht es kaum.

Kleinigkeiten treffen dich härter, als sie sollten, und der Geduldsfaden reißt schnell. Weniger hitzig als „Mir platzt gleich der Kragen“; oft summieren sich viele kleine Dinge, statt dass eine große Sache dahintersteckt.

Dünnhäutig, durch den Wind

Etwas mehr Energie als sonst, und das fühlt sich unangenehm an.

Du reibst dich auf und hast gerade noch genug Energie, um weiterzumachen. Weniger Druck als bei „Total gestresst“ und mitgenommener als bei „Kann nicht abschalten“.

Kann nicht abschalten

Etwas mehr Energie als sonst, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Irgendetwas stimmt nicht und lässt dich nicht los, aber du kannst nicht genau sagen, was. Eher ein leises Unbehagen als die deutliche Sorge bei „Angespannt, voller Sorge“.

Hellwach und bei der Sache

Etwas mehr Energie als sonst, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Wach, aufmerksam, bereit für das, was vor dir liegt. Vom Gefühl her neutral: „Motiviert und startklar“ bringt einen angenehmen Antrieb dazu, „Kann nicht abschalten“ etwas Unbehagen.

Motiviert und startklar

Etwas mehr Energie als sonst, und das fühlt sich eher angenehm an.

Du hast Lust anzufangen, und das fühlt sich gut an. Etwas weniger Energie als „Konzentriert, zielstrebig“ und mehr nach vorn gerichtet als „Fröhlich und unbeschwert“.

Fröhlich und unbeschwert

Etwas mehr Energie als sonst, und das fühlt sich angenehm an.

Gute Laune mit etwas Schwung, die sich leicht mit anderen teilen lässt. Ruhiger als „Gut drauf, voller Vorfreude“ und lebhafter als „Ziemlich gut“.

Glücklich, warm ums Herz

Etwas mehr Energie als sonst, und angenehmer geht es kaum.

Eindeutig gut, mit ein bisschen zusätzlicher Energie, oft unter Menschen oder nach etwas, das gut gelaufen ist. Eine Zeile höher liegt „Könnte die ganze Welt umarmen“; eine Zeile tiefer ist „Richtig gut“ dieselbe Wärme, nur ruhiger und gleichmäßiger.

Die Nase voll

So viel Energie wie sonst auch, und unangenehmer geht es kaum.

Normale Energie, aber von irgendetwas hast du genug. Nicht so hitzig wie „Gereizt, schlecht gelaunt“; oft klingt es nach „Nicht schon wieder“.

Leicht genervt

So viel Energie wie sonst auch, und das fühlt sich unangenehm an.

Etwas nervt dich, aber es bestimmt nicht deinen Tag. Eine mildere Form von „Die Nase voll“, und es lohnt sich, kurz zu notieren, was es war, bevor es verfliegt.

Etwas neben der Spur

So viel Energie wie sonst auch, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Nicht richtig schlecht, nur irgendwie nicht ganz rund. Der kleinste Schritt von „Weder gut noch schlecht“ ins Unangenehme: schwer zu beschreiben und leicht zu vergessen.

Weder gut noch schlecht

So viel Energie wie sonst auch, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Genau in der Mitte, weder müde noch aufgedreht; „Ganz okay“ und „Etwas neben der Spur“ liegen je einen kleinen Schritt daneben. Trotzdem eine vollwertige Antwort: Solche Tage zeigen dir, wie dein ganz normaler Alltag aussieht.

Ganz okay

So viel Energie wie sonst auch, und das fühlt sich eher angenehm an.

Eher auf der guten Seite, mit normaler Energie. Alles in Ordnung und stabil, nur einen Schritt von „Ziemlich gut“ entfernt.

Ziemlich gut

So viel Energie wie sonst auch, und das fühlt sich angenehm an.

Ein guter, ganz normaler Tag. Beständiger als „Fröhlich und unbeschwert“; einen Schritt angenehmer ist „Richtig gut“.

Richtig gut

So viel Energie wie sonst auch, und angenehmer geht es kaum.

So gut, wie es nur geht, ohne zusätzliche Energie dahinter. Ruhiger als „Glücklich, warm ums Herz“; vielleicht nicht aufregend, aber eindeutig gut.

Niedergeschlagen

Etwas weniger Energie als sonst, und unangenehmer geht es kaum.

Trüb und grau, mit etwas weniger Energie als sonst. Eine Zeile tiefer ist „Mir ist schwer ums Herz“ dieselbe gedrückte Stimmung, nur noch schwerer.

Kleines Stimmungstief

Etwas weniger Energie als sonst, und das fühlt sich unangenehm an.

Ein leichtes Tief, nicht so schwer wie „Niedergeschlagen“. Es kann an etwas Bestimmtem hängen, etwa an einer Enttäuschung oder einem langen Tag, und eine Zeile dazu, was es war, hilft dir später.

Irgendwie lustlos

Etwas weniger Energie als sonst, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Nicht traurig, nur alles etwas farbloser als sonst. Gleich daneben ist „Alles wie immer“ dieselbe Ruhe, nur ohne das Eintönige.

Alles wie immer

Etwas weniger Energie als sonst, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Neutral, mit etwas weniger Energie als sonst. Eher ein ruhiger Moment, in dem nicht viel los ist, als ein schlechter; etwas wacher als „Ruhig, auf Sparflamme“.

Ausgeglichen

Etwas weniger Energie als sonst, und das fühlt sich eher angenehm an.

Etwas weniger Energie, und das ist angenehm: Die Dinge haben sich gesetzt, und nichts muss erledigt werden. Nah an „Entspannt und locker“, nur ein bisschen weniger angenehm.

Entspannt und locker

Etwas weniger Energie als sonst, und das fühlt sich angenehm an.

Feierabend: Die Energie lässt nach, und das fühlt sich gut an. Eine Zeile über „Ganz gelassen“: genauso angenehm, aber mit etwas mehr Energie, eher Runterkommen als völlige Ruhe.

Einfach zufrieden

Etwas weniger Energie als sonst, und angenehmer geht es kaum.

Sehr angenehm, und dafür braucht es keine Aufregung. Zufrieden und glücklich unterscheiden sich vor allem in der Energie: „Glücklich, warm ums Herz“ liegt zwei Zeilen höher und ist genauso angenehm.

Mir ist schwer ums Herz

Wenig Energie, und unangenehmer geht es kaum.

Wenig Energie und eine Last, die sich schwer ablegen lässt, manchmal nach einem Verlust oder einer traurigen Nachricht. Schwerer als „Niedergeschlagen“; gleich daneben ist „Ziemlich ausgelaugt“ eher müde als traurig.

Ziemlich ausgelaugt

Wenig Energie, und das fühlt sich unangenehm an.

So müde, dass auch Ausruhen bisher nicht geholfen hat, und das fühlt sich nicht gut an. Nah an „Fix und fertig“, wo noch weniger Energie übrig ist.

Schlapp und träge

Wenig Energie, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Langsam und ein bisschen schwer, eher unangenehm, und oft mehr ein Gefühl im Körper als Traurigkeit. Einen Schritt Richtung neutral liegt „Ruhig, auf Sparflamme“.

Ruhig, auf Sparflamme

Wenig Energie, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Wenig Energie, weder gut noch schlecht. Eher eine Pause als ein Problem, ein bisschen langsamer als „Alles wie immer“.

Gemütlich, keine Eile

Wenig Energie, und das fühlt sich eher angenehm an.

Wenig Energie mit einer angenehmen Note, wie an einem ruhigen Abend. Ein bisschen weniger angenehm als „Ganz gelassen“ und genauso gemächlich.

Ganz gelassen

Wenig Energie, und das fühlt sich angenehm an.

Wenig Energie, und das fühlt sich gut an: nichts, wogegen du ankämpfen musst. Eine Zeile höher hat „Entspannt und locker“ etwas mehr Energie.

Fühle mich rundum wohl

Wenig Energie, und angenehmer geht es kaum.

Wenig Energie und so angenehm, wie es nur geht: Alles ist gut, so wie es ist. Die stille Seite des Glücks, so wie „Könnte die ganze Welt umarmen“ die strahlende ist.

Völlig am Boden

Fast gar keine Energie, und unangenehmer geht es kaum.

Fast nichts mehr übrig, und es fühlt sich so schlecht an, wie es nur geht. Schwerer als „Fix und fertig“, das näher an reiner Erschöpfung liegt.

Fix und fertig

Fast gar keine Energie, und das fühlt sich unangenehm an.

Völlig verausgabt nach einem langen Tag, einer harten Woche oder einer großen Anstrengung. Eher müde als traurig; „Alles ist mühsam“ ist dieselbe Müdigkeit, nur nicht ganz so hart.

Alles ist mühsam

Fast gar keine Energie, und das fühlt sich eher unangenehm an.

Sehr wenig Energie und ein dumpfes, eher unangenehmes Gefühl. Nicht so hart wie „Fix und fertig“ und nicht so neutral wie „Schläfrig, wie in Zeitlupe“.

Schläfrig, wie in Zeitlupe

Fast gar keine Energie, und das fühlt sich weder angenehm noch unangenehm an.

Sehr wenig Energie und ein neutrales Gefühl: Der Körper will Ruhe, mehr nicht. Manchmal liegt es einfach an der Uhrzeit; eine Zeile höher hat „Ruhig, auf Sparflamme“ dasselbe neutrale Gefühl mit etwas mehr Energie.

Angenehm müde

Fast gar keine Energie, und das fühlt sich eher angenehm an.

Müde, aber auf die gute Art, wie am Ende eines schönen Tages. Angenehmer als „Schläfrig, wie in Zeitlupe“ und nicht ganz so ausgeruht wie „Erholt, innerlich ruhig“.

Erholt, innerlich ruhig

Fast gar keine Energie, und das fühlt sich angenehm an.

Sehr wenig Energie, und das fühlt sich gut an: ausgeruht, und nichts zerrt an dir. Einen Schritt neben „Tiefenentspannt“, dem angenehmsten Feld der untersten Zeile.

Tiefenentspannt

Fast gar keine Energie, und angenehmer geht es kaum.

So ruhig und angenehm, wie es im Raster nur geht. Stilles Glück, das keine Energie braucht, eine Zeile unter „Fühle mich rundum wohl“.

So nutzt du das Raster in 30 Sekunden

Fang mit der Energie an. Bist du aufgedreht, ganz normal oder eher gedämpft? Das ergibt die Zeile. Dann achte darauf, wie angenehm sich der Moment anfühlt: unangenehm, angenehm oder irgendwo dazwischen? Das ergibt die Spalte. Wähle die Formulierung, die am besten passt, und sieh sie als vorläufige Beschreibung, nicht als Urteil. Wenn du deine Stimmung jeden Tag festhältst, schreib eine kurze Zeile dazu, was gerade los war. Wie das geht, zeigt unser Ratgeber zum täglichen Festhalten der Stimmung (auf Englisch).

Du weißt nicht, wo du anfangen sollst? Beantworte zwei Fragen: eine zu deiner Energie, eine dazu, wie angenehm sich der Moment anfühlt. Dann landest du bei einem Feld.

Bevor du eine Formulierung wählst: Ein erfundenes Beispiel mit einer unbeantworteten Nachricht (auf Englisch) zeigt, wie du auseinanderhältst, was du bemerkst und was du nur vermutest.

Wenn zwei Wörter nah beieinanderliegen, vergleicht die Gefühle-Liste ähnliche Bedeutungen mit Beispielen aus dem Alltag, etwa enttäuscht und entmutigt.

Ein Gefühl zu benennen ist etwas anderes, als zu entscheiden, was du damit machst. Unser Beispiel zur Emotionsregulation mit zwei Situationen zeigt, warum eine angespannte Besprechung und unfairer Druck unterschiedliche Entscheidungen erfordern.

Vier Quadranten der Gefühle

Eine einfachere Gefühlsübersicht teilt dieselben zwei Achsen in vier Quadranten: unangenehm mit viel Energie, angenehm mit viel Energie, unangenehm mit wenig Energie und angenehm mit wenig Energie. Das Emotionsraster behält diese Richtungen bei, unterteilt aber jede Achse in sieben Stufen, damit ähnliche Gefühle nicht in derselben groben Kategorie landen.

Ein Beispiel

Nach einer schwierigen Besprechung spürst du vielleicht viel Energie, und es fühlt sich unangenehm an. Vergleiche Angespannt, voller Sorge mit Mir platzt gleich der Kragen. Die hilfreiche Frage ist nicht, welche Bezeichnung objektiv richtig ist, sondern welche Formulierung diesen Moment besser beschreibt und welches Detail den Ausschlag gegeben hat.

Emotionsraster oder Gefühlsrad

Ein Gefühlsrad geht von Kategorien aus und hilft dir, zu genaueren Wörtern zu finden. Ein Emotionsraster beginnt mit zwei Empfindungen, die du meist einschätzen kannst, auch wenn dir das passende Wort noch fehlt: wie viel Energie du hast und wie angenehm sich der Moment anfühlt. Nimm das Gefühlsrad, wenn dir Kategorien leichtfallen; nimm dieses Raster, wenn du lieber beim Körper ansetzt, bei dem, was du gerade spürst.

Warum Formulierungen statt einzelner Wörter

Die meisten Gefühle-Listen bestehen aus einzelnen Wörtern. Das klingt genau und funktioniert schlecht. Wenn du diese Wörter nicht ohnehin kennst, hilft dir ein Wort wie „ermattet“ nicht weiter. Jedes Feld hier ist eine kurze Formulierung in Alltagssprache, so geschrieben, dass sich benachbarte Felder klar voneinander abheben: Auch ohne Wörterbuch solltest du Schlapp und träge von Irgendwie lustlos unterscheiden können.

Das heißt auch: Das Raster ist bewusst nicht vollständig. Es gibt nicht genau neunundvierzig Gefühle. Wir nutzen neunundvierzig Formulierungen, um mehr Nuancen zu bieten und das Raster trotzdem überschaubar genug für einen täglichen Eintrag zu halten.

Methode und Grenzen

Die Struktur mit zwei Achsen beruht auf dem Artikel „A Circumplex Model of Affect“ von James A. Russell aus dem Jahr 1980. Die 49 alltagssprachlichen Formulierungen von Mental sind eine redaktionelle Deutung dieses Raums; in der App stehen sie auf Englisch, wie alles andere dort auch. Sie sind keine klinische Skala, kein diagnostisches Instrument und keine vollständige Liste der Gefühle. Benachbarte Felder sollen beide plausibel bleiben; zwei Menschen können denselben Moment mit gutem Grund unterschiedlich benennen.

Herunterladen und im Unterricht nutzen

Das Raster zum Herunterladen eignet sich für die persönliche Reflexion, für Workshops, den Unterricht und begleitete Gespräche. Die Dateien sind auf Englisch. Lass jede Person selbst entscheiden, ob sie ein Feld wählt, aussetzt oder ihre Antwort für sich behält; schließ aus einem einzelnen Feld nicht auf eine Diagnose und triff auf dieser Grundlage keine wichtige Entscheidung. Wenn du das Raster in Mental nutzt, erklärt dir unsere Seite zum Datenschutz im Tagebuch (auf Englisch), wie Mental mit deinen Tagebuchdaten umgeht.

Die Lernmaterialien zum Herunterladen stehen unter der Lizenz Creative Commons Namensnennung 4.0. Vorgeschlagene Quellenangabe: „Emotionsraster von Mental – getmental.app/de/emotionsraster/“. Ein bestimmter Link ist dafür nicht nötig.

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